HipHop-Partisan - Tha HangOver
Registrierung Kalender Mitgliederliste Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite

HipHop-Partisan - Tha HangOver » Misc » Educate | Consume » Filme & Dokus » Zuletzt gesehener Film/Serie...? » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (151): « erste ... « vorherige 149 150 [151] Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Zuletzt gesehener Film/Serie...?
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Mandy

USA, 2018

Inhalt laut ofdb.de: "Die Nordwestküste der USA im Jahr 1983. Baumfäller Red Miller (Nicolas Cage) und seine Frau Mandy leben abgeschieden von der Zivilisation in einem Haus im Wald. Die beiden führen ein einfaches aber harmonisches Leben, das jedoch gestört wird als Jeremiah Sand, der Anführer einer Sekte, auf Mandy aufmerksam wird. Dieser beauftragt seine Anhänger Mandy zu verschleppen und versucht sie sich gefügig zu machen. Als die Entführte sich jedoch widersetzt und Jeremiah vor seinem Kult lächerlich macht, wird sie auf grausame Weise getötet. Tief erschüttert hat Red, der das Ganze mit ansehen musste, daraufhin nur noch ein Ziel: Die religiösen Fanatiker und ihre Helfer einen nach dem anderen zu töten, um so seine Frau zu rächen."

Für Regisseur Panos Cosmatos dient die Story eines Films nur als Ausgangspunkt, um Stimmungen aufzufächern, die er in eigenartige Bilder übersetzt, welche in der Grundierung dem B-Film (in all seinen Varianten: Horror, Fantasy, Sci-Fi, Action,...) entliehen sein können, in ihrer Machart jedoch stets auf die erste Garde des Unterhaltungskinos und des Autorenfilms verweisen. So kann man die Geschichte von "Mandy" in einem knappen Satz auf den Punkt bringen: Vietnamveteran rächt die Ermordung seiner geliebten Freundin blutig an einer rauschvergifteten Bikergang.
Wer Cosmatos Vorgänger und Debüt "Beyond the Black Rainbow" gesehen hat, muss sich ob der simplen Grundzutaten des Rachefilms nicht grämen, sein Talent liegt in der Fokussierung der Nebensächlichkeiten des gewöhnlichen Films, nämlich der Dinge, die sich am Rande und nur halb bewusst oder unbewusst abspielen. "Mandy" läuft zu keiner Zeit Gefahr "Ein Mann sieht purpur" zu werden, auch wenn die Macho-Momente Charles Bronsons durchaus auftauchen; einer der Bösewichte hakt sogar ausdrücklich nach, ob Protagonist Red (gespielt von Nicolas Cage) einen "death wish" habe. Die glorifizierte Beschützerstruktur des Patriarchats steht in "Mandy" zur Disposition und bröckelt stetig über knapp zwei Stunden im wilden Farbenspiel.
Wenn also die Route klar ist und die Straße schnurstracks geradeaus führt, hat man viel mehr Zeit aus den Fenstern des Vehikels zu schauen und Panos Cosmatos (zusammen mit Kameramann Benjamin Loeb) sorgt für visuelle Besonderheiten am laufenden Band, mal kontemplativ-mystisch und flächig aufgetragen, dann in grellen, blitz- und gewitterartigen Horrortableaux, die den Videothekengeist der 1980er atmen. Das führt zu einer ähnlichen Atmosphäre wie in "Baskin" oder "The Void", die das aufgeschlossene Horrorpublikum in den letzten Jahren erfreuten und ebenfalls mit einem beherzten Schlenker in die Welt von Nicolas Winding Refns "Valhalla Rising", wenn auch etwas weniger tragisch, denn Cosmatos inszeniert "Mandy" mit einem deutlichen Augenzwinkern.
Offensichtlich wird dies im zweiten Teil des Films, wenn Nicolas Cage Jagd auf die Motorradgang machen darf und auch in der New-Age-Sekte aufräumt, mit treffsicheren One-Linern, die selbst Bruce Willis in "Die Hard" gut gestanden hätten. Diese Verlagerung von Lysergsäure auf Testosteron sorgt für den erhöhten Unterhaltungswert von "Mandy", der sich anfangs Zeit für Set und Setting nimmt, dies aber in einer halluzinatorischen Weise, sodass man Cosmatos mit runtergeschraubtem Herzschlag neugierig und staunend folgt, bis die Action flimmernd ins Gesichtfeld explodiert.
Dem weniger drogenaffinen Publikum jubelt Cosmatos gleich mehrfach gängige Trip-Erfahrungen unter, wie die sich andauernd morphenden Farbgebungen oder synästhetischen Pseudo-Eindrücke, gipfelnd in einer sich creepy-anschleichend visualisierten, transpersonalen Erfahrung beim Aufeinandertreffen des Gurus und Reds titelgebender Freundin Mandy. Überhaupt fühlt sich der Zuschauer mal mehr, mal weniger dem Psycho-Acid ausgeliefert, natürlich ohne die simple Struktur wirklich aufzulösen. Es handelt sich um Ausschmückungen, um nuancierte Nebenstränge, dankbare Spielereien, die möglich werden. Und wie bei einem echten LSD-Trip funktioniert Cosmatos Film am besten, wenn man das Steuer aus den Händen gibt und sich auf den Kurs des neuen Steuermanns einlässt.
War "Beyond the Black Rainbow" noch ein durch kindliche Eindrücke von VHS-Covern gespeister psychotronischer Spaziergang durch die Vorstellungswelten und Gedankenräume des Regisseurs, konkretisieren sich in "Mandy" die Erfahrungen mit den Filmen der 1980er Jahre, manchmal sogar so weit, dass man die Vorbilder benennen kann und etwa "Hellraiser" schmunzelt, bevor sich die Assoziation auflöst oder neue Wege einschlägt. Dies macht "Beyond the Black Rainbow" in meinen Augen zum besseren Film, "Mandy" aber leichter goutierbar und problemloser konsumierbar.
Ehrensache, dass bei so viel optischem Aufwand (es finden sich sogar kurze Zeichentricksequenzen) auch die Splattereffekte von Hand gestaltet wurden und sich sehen lassen können. Sie fügen sich ebenso nahtlos in Panos Cosmatos Drogen- und Freaks-Panoptikum wie der stimmend ätherisch bis zupackend produzierte Soundtrack von Jóhann Jóhannsson. Ein Schwanengesang, denn der begabte und beliebte Filmkomponist starb kurz nach der Vollendung dieses Scores.
Als Filmliebhaber aus der Welt der konventionellen Storygetriebenheit kann man schon recht früh erkennen, ob man wirklich Lust auf die zweistündige "Mandy"-Experience verspürt: Cosmatos eröffnet seinen Film mit farblich passend getünchten Aufnahmen von Waldarbeitern und Helikopterflügen zur Musik von King Crimsons "Starless", eine wundervolle Einstimmung, die der ersten Hälfte des Films dieses kristalline Glitzern der Geräusche und Farben verleiht, welche sich beim Abklingen eines LSD-Rausches einstellen. Mehr hätte es für mich schon gar nicht mehr gebraucht; ein unterliegendes Gefühl tiefer Zufriedenheit schwappt von hier aus in die restlichen Szenen und erfüllt den Film mit einem inneren Leuchten, welches die rauhbeinige Racheoberfläche spielend durchdringt. "So, what you huntin'?" - "Jesus freaks." "I didn't know they were in season, man." It's all too beautiful. 9/10

Trailer



__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
19.05.2019 16:38 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Außerdem zwischenzeitlich gesehen:

Le trio infernal
Le vieux fusil - Abschied in der Nacht
Kôsoku bâba
The Big Bang Theory (Season 6)
Mall - Wrong Time, Wrong Place
Love
Cleaner (2007)
Hunger
Liebe
2033: Future Apocalypse
Menachem & Fred
Future X-Cops
Der eiskalte Wolf
Snoop Dogg's Hood of Horror
Deconstructing Harry [Re-Watch]
Sheitan
Red Eye
Know1ng
Goats
By Brakhage: An Anthology
Perfekt: Acht Experimentalfilme von Dietmar Brehm
Extremities
Ruby - Im Netz der Mafia
The Runner
Pastewka (Staffel 6)
976-EVIL 2: Der Astral-Faktor
We are the Freaks
Sie nannten ihn Diego

__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
19.05.2019 16:43 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
xLaGrandex


Dabei seit: 04.08.2007
Beiträge: 4.779

Themenstarter Thema begonnen von xLaGrandex
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Bella Ciao
Der YouTube-Kanal Real Dimensional Pictures bietet einige spannende Videos zum Thema (Horror-)Film. Nicht verpassen!


für solche Sachen liebe ich youtube, vimeo und wie sie alle heißen. wenn man bedenkt, daß dafür noch vor gar nicht so langer Zeit das Wälzen von Büchern bzw. ganze Studiengänge die Bedingung gewesen sind (und bei Ersterem ist das Problem offensichtlich die geringere Unmittelbarkeit).

__________________
"In die Fresse rap, jetzt gibts heckmeck / f**k deine Mutter Mucke, das ist die message."
- Haft

www.dieglücklichenarbeitlosen.de
10.06.2019 19:37 xLaGrandex ist offline Beiträge von xLaGrandex suchen Nehmen Sie xLaGrandex in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Man begreift natürlich leichter, wenn man die entsprechenden Szenen schon vor sich hat und sie (während der Lektüre eines Buches) nicht mit Hilfe von Stills und der Erinnerung umständlich herleiten muss.

__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
11.06.2019 13:45 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
xLaGrandex


Dabei seit: 04.08.2007
Beiträge: 4.779

Themenstarter Thema begonnen von xLaGrandex
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

ja, das meinte ich damit. egal, wie gut ein Buch geschrieben ist, das Sehen einer Filmszene ist natürlich logischerweise immer etwas "plastischer".

(so ähnlich wie ein Buch zu Kompositionen und Musiktheorie direkt besser funktionieren dürfte, wenn es tatsächliche Hörbeispiele gibt)

__________________
"In die Fresse rap, jetzt gibts heckmeck / f**k deine Mutter Mucke, das ist die message."
- Haft

www.dieglücklichenarbeitlosen.de
14.06.2019 10:45 xLaGrandex ist offline Beiträge von xLaGrandex suchen Nehmen Sie xLaGrandex in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

L'autre monde - Black Heaven

Belgien/Frankreich, 2010

Inhalt laut amazon.de: "Gaspard und Marion genießen frisch verliebt den Sommer in Südfrankreich. Als sie ein fremdes Handy finden, beschließt das junge Paar es dem rechtmäßigen Inhaber zurückzubringen. Doch der junge Mann ist tot - er scheint in einer mysteriösen Zeremonie Selbstmord begangen zu haben. Neben ihm liegt ein halb bewusstloses Mädchen. Die rätselhafte Schöne lockt Gaspard in ein gefährliches Videospiel: 'Black Hole'. Schon bald vermischen sich die Grenzen der Realität und der virtuellen Identität und aus dem Spiel wird ein tödlicher Alptraum. Wem kann er noch trauen? Und welche Rolle spielt dabei die mysteriöse Fremde?"

In Gilles Marchands zweitem Spielfilm nach eigenem Script (in Kollaboration mit Dominik Moll, der auch die Regieassistenz übernahm) spürt der Regisseur einer Idee nach, die ihn in einem Einkaufscenter überkam, als er einen jungen Mann tief versunken beim Spielen eines Onlinegaming-Demos beobachtete, das heißt, ihn und seinen Avatar auf dem Bildschirm. Wäre es nicht interessant die Geschichte beider Ebenen zusammenzuführen oder sich kreuzen zu lassen?
Schnell wird klar, wie wenig Wert Marchand auf verwirrende Plottwists und diffuse Realitätsebenen legt, sondern seine Geschichte geradlinig anlegt, um online und offline ein wenig in die Welt der Heranwachsenden einzutauchen. Dabei klammert er Eltern und andere Überdreißigjährige so gut aus wie es geht, um sich auf die Mehrdeutigkeiten und Schattenseiten der Adoleszenz zu konzentrieren, etwa den Selbstmord, der eine der häufigsten Todesursachen für Menschen in diesem Alter darstellt.
Das fulminante Sonnenlicht des südfranzösischen Hochsommers sorgt für die hyperrealistisch anmutenden Impressionen der "echten" Welt, während das Online-Game namens "Black Hole" seinem Titel alle Ehre macht und mit seinen dunklen Wolkenkratzerschluchten eher einem Zerrbild von New York gleicht. So penibel wie diese beiden Welten lassen sich die Vorkommnisse und Gefühle in "L'autre monde" (Originaltitel) nicht aufteilen, auch wenn der Fokus deutlich auf dem liegt, was der Zuschauer gemeinhin als seine eigene Lebenswelt erkennen wird.
Gibt sich "Black Heaven" (deutscher Verleihtitel) zu Beginn noch mysteriös, stellt sich im Verlauf der Handlung immer deutlicher heraus, dass keine weiteren Ambitionen bestehen als einen professionell fotografierten Mysterythriller abzuliefern, der seine selbstgewählten Motive nicht mehr als nötig vertiefen will, um schließlich in der emotionalen Auflösung zu glänzen. Ein sekundenschneller Abgleich und Abbruch der Romantik hin zum Blitzportrait eines alleingelassenen und ratlosen Teenagers, der sich einer undurchdringlichen Welt gegenüber sieht, setzt einen starken Schlusspunkt, der fast vergessen macht, wie wenig Neues eigentlich passiert.
Nicht die Ideen heben "Black Heaven" über den Standard, sondern die gewissenhafte Ausführung, die meist ein Quäntchen mehr Liebe zum Detail erkennen lässt als bei ähnlichen Produktionen. So startet der Film mit dem selbstmörderischen Fall von einem Hochhaus der Online-Welt, der in den Wellen der Mittelmeerküste endet. No mind blown, aber ein ansprechender Auftakt.
Zudem zeigt Gilles Marchand ein gutes Händchen beim Casting seiner Darsteller, deren Chemie untereinander stimmt, so dass auch die Vignetten jugendlichen Lebens wie man sie aus zig anderen Filmen kennt (Liebe, Strand, Party, Drogen) nicht schal wirken, sondern zum aufmerksamen und empathischen Verfolgen des Allzubekannten einladen. Aus diesen Szenen zieht der Film viel seiner Kraft, welche die Storyline nicht unbedingt entwickeln kann. Ihr Sog bleibt beschränkt, vor allem weil das Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Geschwistern Sam und Vince eher stiefmütterlich behandelt wird, bis es schließlich die Ereignisse des Finales bedingt. Andererseits fand ich es überraschend erfrischend, mal wieder einen Film zu sehen, der keine Irritation im Raum stehen lässt und in dessen letzten Szenen vielleicht nicht alle Probleme gelöst sind, die Dinge jedoch aufgeklärt wurden und die Geschichte zu Ende erzählt ist. Ganz klassisch, auch wenn man das zu Beginn nicht vermutet hätte. Apropos klassisch: Der Suizid der Liebenden, die Geschwisterbeziehung und andere Konstellationen des Drehbuchs verweisen auf die Tragödien, aus denen Hollywood seit jeher seine Dramen bastelt, deshalb war ich wiederum überrascht, nicht mehr von diesem Topoi-Recycling angeödet zu sein. Vieles in "Black Heaven" fällt einfach passend an seinen Platz.
Dazu gehört auch die Musik der französischen Gruppe M83, die den Großteil des Soundtracks bestreitet und mit ihrem elektronischen Dream Pop dezent den Gemütslagen des Films dient.
"L'autre monde" hält sich damit zurück, uns in eine andere Welt zu führen, sondern widmet sich lieber den Konflikten und Situationen, die wir als aus "unserer" Umgebung entstammend wahrnehmen. Er gönnt sich außerdem den Luxus, die Nervtöter des Alltags außen vor zu lassen, um das zu beobachten, was als junger Mensch die Tage (und Nächte) ausmachte. Und immer dann, wenn die Stimmungen so dickflüssig werden, dass einem "mood piece" über die Lippen kommen könnte, verschwindet der Thrillerplot lange genug aus der Sicht, um die Schwarzromantik von Black Beach genießen zu können, wo die Drinks nicht mit einem Schirmchen, sondern einem Schuss Todessehnsucht serviert werden. 6,5/10

Trailer



__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
05.07.2019 14:38 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Außerdem zwischenzeitlich gesehen:

Labyrinth
Best of Die Kurt Krömer Show
Yume - Akira Kurosawas Träume
Türkisch für Anfänger (Staffel 1) [Re-Watch]
Doc of the Dead
Le livre d'image
High-Rise
Türkisch für Anfänger (Staffel 2)
Türkisch für Anfänger (Staffel 3) [Re-Watch]
The Ghostwriter
Nightmare Detective
Necrophile Kiss - Der Todeskuss
Brother Bear
Boyhood
Schultze Gets the Blues
Cloud Atlas
Small Faces
Mænd & høns [Re-Watch]
Gokudo Daisenso - Yakuza Apocalypse
La vie d'Adèle, chapitres 1 & 2
La fidélité - Die Treue der Frauen
Dei Mudder sei Gesicht II [Re-Watch]
A Clockwork Orange [Re-Watch]
The Deer Hunter [Re-Watch]
Tough Guys - Zwei wilde Draufgänger
The Great Gatsby
Friday [Re-Watch]
Confession of a Child of the Century
Planet USA
The Killing of a Sacred Deer
Nunta muta - Stille Hochzeit: Zum Teufel mit Stalin!
La mansión de los muertes vivientes
Welcome to New York
Persona
Les Démoniaques
Tokyo Decadence
The Rise of the Krays
The Fall of the Krays
Kill Bill Vol. 1+2 [Re-Watch]
Babas Bilar
Ringo, il cavaliere solitario

__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
05.07.2019 14:47 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
xLaGrandex


Dabei seit: 04.08.2007
Beiträge: 4.779

Themenstarter Thema begonnen von xLaGrandex
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

das cover von "Black Hole" ist maximal verkaufsfördernd Zunge raus


der letzte Film den ich gesehen habe, war Gus Van Sants "Promised Land", ein Drama mit dem Thema "fracking" und den (potentiellen) ökonomischen und ökologischen Auswirkungen auf die jeweiligen ländlichen Gemeinden.

leider ging dem Film gegen Ende irgendwie die Luft aus. erst ein etwas bescheuerter "twist" (wieso ist das im Jahre 2019 - bzw. 2012, das Jahr aus dem der Film ist - eigentlich immer noch so beliebt?) und dann ein wie ich fand eher komischer Schluß.

schade, weil mir der Film über weite Strecken sehr gut gefallen hat.

__________________
"In die Fresse rap, jetzt gibts heckmeck / f**k deine Mutter Mucke, das ist die message."
- Haft

www.dieglücklichenarbeitlosen.de
17.08.2019 20:31 xLaGrandex ist offline Beiträge von xLaGrandex suchen Nehmen Sie xLaGrandex in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Welchen bescheuerten Twist kann es denn zum Thema Fracking geben? kopfkratz Bricht die Erde auseinander und verschluckt ihre Bewohner? big grin

__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
22.08.2019 15:49 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Libero

Deutschland, 1973

Inhalt laut VideoMarkt: "In den 70er-Jahren profiliert sich 'Kaiser' Franz Beckenbauer als Spieler von Bayern München wie der deutschen Nationalmannschaft endgültig als einer der bedeutendsten Fußballer aller Zeiten. Dieser Status geht einher mit der Entdeckung des Sportlers als so vielfältiger wie erfolgversprechender Werbeträger. Doch der mit zunehmender Popularität wachsende Leistungsdruck setzt auch Beckenbauer körperlich wie psychisch zu."

Es muss eine mythische Zeit gewesen sein, an die sich viele Fußballfans zurückerinnern. In einem Land vor unserer Zeit, als es im Fußball noch um den Sport ging, fernab vom schnöden Mammon der Aktiengesellschaften und Konzerne. Als man sich dem Spiel widmete, nicht der Vermarktung der Spieler. In den frühen 1970ern lag diese Zeit schon ein Weilchen zurück, denn wir treffen in "Libero" auf den durchkommerzialisierten Fußball, den wir auch aus unseren Tagen kennen, verkörpert von Franz Beckenbauer.
Regisseur Wigbert Wickers scheint sich nicht der Dissonanz zwischen seinem angestrebten Porträt und der tatsächlichen Wirkung seines Filmes bewusst zu sein, versucht er doch Beckenbauer in die Rolle des sensiblen Sportgenies mit Antennen für die kapitalistischen Auswüchse des Fußballs zu pressen, während dieser gleichzeitig (innerhalb und außerhalb des Films) alles verkörpert, was diesen Sport so jämmerlich erscheinen lässt. Schon im Jahr vor seinem Weltmeistertitel kann man ihn als Superstar bezeichnen, zumindest reicht "weltberühmt in Germany" nicht mehr aus, um dem Rummel um die Person Beckenbauer gerecht zu werden.
In einem ähnlichen Zwiespalt findet sich "Libero" auf formaler Ebene, denn unübersehbar haben wir es mit einem handwerklich kompetent bebilderten Leinwanderlebnis zu tun, das sich sorgfältig um Farbe und Komposition kümmert; Musik nutzt, um Fußballszenen einen künstlerischen Anspruch zu verpassen und auch in Sachen Kameraführung und Beleuchtung mehr Aufwand betreibt als die durchschnittliche bundesdeutsche Konkurrenz zu diesem Zeitpunkt. Leider entpuppen sich die auf vermeintliche Größe geschneiderten Aufnahmen als etliche Nummern zu weit für Franz Beckenbauer, den FC Bayern und den deutschen Fußball. Des Kaisers neue Kleider kaschieren kaum den etwas tumben Arbeiterjungen mit dem treudoofen Gesichtsausdruck; sie vermögen nicht über die Unzulänglichkeiten des Fußballs hinwegzutäuschen: Er ist in den kleinen Fernsehgeräten der damaligen Zeit weit besser aufgehoben als auf der Kinoleinwand. Weder das eigentliche Spiel, noch das Drumherum können in diesen Dimensionen glänzen. Fußball mag ein netter, kleiner Zeitvertreib mit ungeahnten kommerziellen Möglichkeiten sein, in den Hallen der Kunst wirkt er schäbig und deplatziert.
Aus diesem Dilemma entsteht eine Menge unfreiwilliger Komik, die "Libero" einen erhöhten Unterhaltungswert verschafft, vor allem durch das Aufeinandertreffen des audiovisuellen Zeitgeistes mit dem verknöcherten Spießertum, das unterhalb all der bunten Klamotten und Einrichtungsgegenstände den Ton angibt, manchmal sogar einen Kasernenhofton, der vor allem im Umgang mit Frauen und Kindern zutage tritt. Beckenbauer selbst fällt in dieser Hinsicht nicht unangenehm auf, sein ständiges grenzdebiles Grinsen erschwert jedoch auch irgendeine andere Rolle als die des Franz-im-Glück, der gar nicht so genau weiß, wie er das alles verdient hat. Aus diesem Grund wirken die vorgebrachten Zweifel am Beruf des Fußballprofis auch wie von Wigbert Wickers eingeflüstert, eine ungelenke Verrenkung, um mögliche Kritik am Fußballbetrieb schon im Voraus einzudämmen.
Dazwischen kann man Familie Beckenbauer beim Urlauben in Israel über die Schulter schauen, ein professionelles Homevideo, das Wickers ähnlich wie die Fußballszenen zu einer längeren, musikalisch unterlegten Sequenz zusammenschneiden lässt, gespickt mit ein wenig Schleichwerbung, wie man sie immer wieder über den Film verteilt findet: Adidas, Marco Polo, Lord, Mercedes-Benz.
Wie zu erwarten, wurde der Film von der Presse (die "Libero" wenig ruhmreich skizziert) verrissen. Beckenbauers damaliger Manager hielt dies für ein gutes Zeichen, denn was verstehen diese "Intellektuellen" und "Filmmenschen" schon vom Fußball? Die Fußballfans, der anvisierte Markt, würden die Kassen schon zum Klingeln bringen.
Natürlich geben sich auch die Kollegen vom FC Bayern für kurze Cameos her, von Paul Breitner über Gerd Müller und Uli Hoeneß bis Günter Netzer sind sie alle in "Libero" vertreten, meist nur in ihrer Rolle als Fußballspieler. Die beteiligten Schauspieler wie Harald Leipnitz und Klaus Löwitsch bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm, die Profis haben den Laien aus dem Fußballcamp höchstens ein oder zwei Grimassen voraus.
"Libero" versucht den Fallrückzieher auf der Metaebene der fußballerisch-kaufmännischen Wirklichkeit, in einer Reihe von Eigentoren endend, welche die Fans des Fußballers Franz Beckenbauer nicht erfreuen werden, jedoch für einige Lacher unter den Anhängern des unfreiwilligen Humors der salbadernden Lichtgestalt sorgen, deren kleingeistige Litanei wie für die Welt des Sportfernsehens geschaffen ist. Gott erhalte Franz, den Kaiser. 3,5/10

Trailer



__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
30.08.2019 15:16 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
Bella Ciao
Board-Admin

images/avatars/avatar-440.jpg

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 5.938
Wohnort: Leipzig

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Außerdem zwischenzeitlich gesehen:

Choke - Der Simulant [Re-Watch]
John & Yoko: Above Us Only Sky
Fairytale - The Haunting of Helena
The Flaming Lips: Christmas on Mars
The Editor
Cutie Honey: Tears
Mahler
Il Divo - Der Göttliche
Cheyenne - This Must Be The Place
Youth - Ewige Jugend
Fear X [Re-Watch]
Flesh Eater: Revenge of the Living Dead [Re-Watch]
Parasite Doctor Suzune: Genesis
Parasite Doctor Suzune: Evolution
Il gattopardo
Die Hexen von Salem
Go West - Freiheit um jeden Preis
The Swordmaster
The Reflecting Skin - Schrei in der Stille [Re-Watch]
Once upon a Time in China II: Last Hero
Die Kammer des Schreckens
Schrift des Todes
Die dunklen Augen von London
Benny's Video [Re-Watch]
Odia il prossimo tuo
Das mysteriöse Schiff
Eddie - The Sleepwalking Cannibal [Re-Watch]
The Fearless Freaks: The Wondrously Improbable Story of the Flaming Lips
Nelle pieghe della carne
The Flaming Lips: V.O.I.D. (1992-2005)
La ragazza dal pigiama giallo
Chi l'ha vista morire?
David Crosby: Remember My Name
Eric Burdon: Rock 'n' Roll Animal
Manson: Music from an Unsound Mind
Scrubs (Season 2) [Re-Watch]
La grande bellezza (Extended Version)
Glassland
Snake outta Compton
Vampire
Oasis: Supersonic
Dream Cruise
Pauly Shore Is Dead
Idioten
Nackt unter Leder - Girl on a Motorcycle

__________________
"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
30.08.2019 15:27 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
Seiten (151): « erste ... « vorherige 149 150 [151] Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
HipHop-Partisan - Tha HangOver » Misc » Educate | Consume » Filme & Dokus » Zuletzt gesehener Film/Serie...?

Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH