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Zum Ende der Seite springen Zuletzt gesehener Film/Serie...?
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Bella Ciao
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Possession

Deutschland/Frankreich, 1981

Inhalt laut ofdb.de: "Mark und Anna haben sich nichts mehr zu sagen. Nach einem Auslandsaufenthalt von Mark hat sich das junge Paar voneinander entfremdet. Während Anna die Trennung mit erstaunlicher Kühle hinnimmt, kann Mark die emotionale Kälte und Ungewissheit über die Ursache von Annas Verhalten nicht ertragen und lässt seine Frau von einem Privatdetektiv beschatten. Der entdeckt ihr Geheimnis - zwei sehr unterschiedliche Liebhaber - und bezahlt dies mit dem Leben..."

Es wird kolportiert, dass der polnische Regisseur Andrzej Zulawski seinem Produzenten auf dessen Frage, worum es sich bei seinem neuen Projekt handele, antwortete: "It's about a woman fucking an octopus!"
"Possession" ist aber weit mehr als das. Weit mehr als die glibberige Kreatur, die der vor einigen Monaten Verstorbene Carlo Rambaldi "("E.T.", "Alien", "Profondo Rosso") im Halbdunkeln entstehen lässt und auch eine antropomorphe Manifestation verschiedener Sehnsüchte und Ängste von Anna (Isabelle Adjani) ist. Ihr Kleinod, dem sie so verfällt, dass sie das Monströse gegen jede Einmischung von außen verteidigt. Anna spricht von Glaube.
Und so wie "Possession" die Veränderung und die Vernichtung von Persönlichkeiten im Laufe einer Trennung/einer Scheidung (Zulawski hatte zu diesem Zeitpunkt selbst eine zerbrochene Liebesbeziehung hinter sich) zeigt, beschreibt er auch die Verwerfungen, die durch Religion entstehen können.
Die oft in Blautönen gehaltenen Bilder verstärken die kühle und morbide Atmosphäre, die das geteilte Berlin Anfang der 80er ausmachte; als Popmusikfan schießen einem unweigerlich Assoziationen zu David Bowie und Iggy Pop durch den Kopf. Die ständig eingefangenen Bilder der Mauer, der deutsch-deutschen Grenze, beweisen, dass West-Berlin nicht nur ein hässlicher Moloch, sondern eine belagerte Stadt im Kriegszustand ist.
Dorthin hat es Mark (Sam Neill) verschlagen, der einer zwielichtigen Tätigkeit im Agentenbusiness nachzugehen scheint, aber auch einen Sohn mit Anna und gewaltige Beziehungsprobleme hat. Er ist selten zuhause und seine Frau betrügt ihn schon über eine lange Zeit. Zulawski setzt die Streitigkeiten des Paares rasant in Szene, er lässt die Kamera tanzen, wirbeln und kreisen bis er den Zuschauer schwindelig gedreht hat, um ihm dann eine schallende Ohrfeige zu verpassen. Derweil glänzen Sam Neill und Isabelle Adjani mit einer theatralischen Darbietung ihres Konfikts, den Zulawski zeitweise bis zur Hysterie eskalieren lässt. Eine der eindrucksvollsten Szenen des Films, vielleicht sogar der Filmgeschichte, ist die (metaphorische) Fehlgeburt von Anna, die mit einem Nervenzusammenbruch beginnt und in blankem Wahnsinn endet.
Dies ist der absolute Höhepunkt eines Films, der an Höhepunkten nicht gerade arm ist, mir fällt sofort die latent homo-erotische Szene mit Heinz Bennent ein, die einem Tanz gleicht, auch hier ist die Kamera von Bruno Nuytten immer in Bewegung und umkreist und belauert die Akteure, vielleicht in der Hoffnung einen massiven Gewaltausbruch einzufangen - der dann auch prompt folgt.
Gewalt ist über weite Teile des Films ein zentrales Thema, es finden sich auch einige blutige Szenen, vielmehr zeigt Zulawski aber die besitzergreifenden Kräfte von Beziehung und Glaube, die die Protagonisten nicht nur verändern, sondern auch mit dem Tode bedrohen. Tiefer als jedes elektrische Fleischermesser schneiden die Dinge, die sich Mark und Anna selbst, sowie den Personen in ihrer Umgebung antun, immer in dem Glauben das Richtige zu tun oder ein Recht auf ihre Handlungen und Worte zu haben.
Worüber ich mir nicht ganz im Klaren bin, ist die Verwandlung des Tentakelmonsters. Für mich sieht es so aus, dass es im Laufe des Films immer menschlichere Züge entwickelt und es zum Schluss sogar Mark ersetzt; es also die aus der Trennung/der Scheidung geborene neue Persönlichkeit ist. Anna tötet, um dieses Wesen zu beschützen und bewahrt die zerstückelten Körper der Opfer in einem Kühlschrank auf. Zuerst dachte ich, dass sie das Monster damit füttert und ihm so hilft eine menschliche Form zu bekommen, ich glaube mittlerweile aber eher, dass die Bedrohung des Außen abgewendet werden musste und Anna eine Möglichkeit brauchte die Leichen verschwinden zu lassen.
Analog zu diesem Vorgang taucht auch in Marks Leben eine "verbesserte" Version von Anna auf; die Lehrerin (auch gespielt von Isabelle Adjani), die sich rührend um den Sohn der beiden Streithähne kümmert.
Tentakel-Mark und Lehrer-Anna finden am Endes des Films (wieder) zusammen, nur getrennt durch eine Tür, in einem Weltuntergangsszenario, das durch die Tonkulisse den dritten Weltkrieg in Berlin andeutet. Schweres bevorstehendes Unheil fürchtet auch der Sohn von Mark und Anna, der entsetzt in die Badewanne stürzt und dort versucht so lange Unterwasser zu bleiben, bis das Grauen abgewendet ist.
Das furchteinflößende Ende ist der Paukenschlag, der eine hysterische Symphonie des Horrors beendet; ich habe mich schon lange nicht mehr so gegruselt und teilweise auch unwohl gefühlt wie während "Possession". Dazu kommen die stilvolle und nicht nur visuell einfallsreiche Umsetzung des Themas, die großartigen Leistungen des Ensembles, ein karger, aber passender Soundtrack und eine Menge Dinge, die mich noch eine Weile beschäftigen werden. Ein Film zum Wiedersehen, ein Meisterwerk. 10/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=40R0ccBfYpM



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"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
25.02.2013 18:23 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Persona - Die Macht hinter den Masken

Japan, 2000

Inhalt laut ofdb.de: "Praktisch die ganze Schülerschaft der Kokoyan Highschool bekommt eines Tages eine Einladung per E-Mail von dem nichtssagenden Absender "D". Kurze Zeit später tauchen viele der Schüler mit weißen Masken in der Schule auf und aggressives Verhalten dominiert dort von nun an. Es gibt immer mehr Streitigkeiten zwischen den Maskierten, den restlichen Schülern und den Lehrern. Alles findet seinen Höhepunkt, als einer der maskierten Schüler sich umbringt und ein Model, ebenfalls mit Maske, auf dem Laufsteg zusammenbricht. Yuki und Mitsugu wollen der Sache auf den Grund gehen und machen sich auf die Suche nach dem Hersteller dieser geheimnisvollen Masken..."

Und wieder einmal richtet man eine interessante Grundidee hin, um den üblichen Krimimustern zu folgen und den Zuschauer mit der Jagd nach dem Täter zu nerven. Dazu fährt man auch alle üblichen Charaktere auf: Den etwas exzentrischen Journalisten, den harten Polizeihund, die intelligente Schülerin und den etwas weniger intelligenten, dafür aber in die Schülerin verschossenen Schüler. Bla. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man sich nicht an völlig stumpfer, unüberlegter und lächerlicher Sozialkritik versuchen würde, die sowieso im Krimi-Krampf untergeht. Endgültig abstrus wird es dann beim Soundtrack, der miesen R&B, englischsprachigen Rap mit hartem japanischen Akzent und die Technohölle des letzten Jahrtausends auffährt. Da helfen auch nicht zwei oder drei stimmungsvoll eingefangene Szenen und die Mittäterschaft von Chiaki Kuriyama ("Kill Bill Vol. 1") und dem halben Cast von "Battle Royale". Ätzend. 3,5/10

Trailer: -



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27.02.2013 17:43 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Frogs

USA, 1972

Inhalt laut ofdb.de: "Ein alternder, tyrannischer Familienpatriach will im Kreis seiner Familie seinen Geburtstag feiern. Die Feier soll in einem Anwesen mitten in den Sümpfen Floridas stattfinden. Alle Anwesenden sind nicht gerade begeistert, haben sie doch alle ihre eigenen Probleme miteinander. Da schlägt die Natur zurück: nachdem der Millionär alles Lebende im Umkreis hat vergiften wollen, weil er die Natur hasst, greifen die Tiere des Sumpfs die Gesellschaft an, einen nach dem anderen. Frösche, Schlangen, Spinnen, Echsen, Krokodile und ähnliches Getier machen den meisten Gästen den Garaus. Nur einige wenige schaffen es noch von dem Anwesen..."

Mit verstärktem Aufkommen der "Ökofritzen" und "tree huggers" in Gesellschaft und Kultur in den 70er Jahren, fand dieses Thema auch vermehrt seinen Weg ins Kino. In diesem Falle ist es eine klassische "Rape & Revenge"-Story. Der Vergewaltiger: eine ignorante, großbürgerliche Familie nach altem Südstaaten-Schlag. Das Rache nehmende Opfer: die Flora und Fauna einer Insel.
Dabei bestehen die meisten Attacken der Tiere aus herzigen Kämpfen der Schauspieler mit sich selbst und Zwischenschnitten auf Kreuchendes und Fleuchendes en masse. Sollte es doch mal etwas härter zur Sache gehen, wie beim Wrestling mit einem Alligator, wird diesem einfach das Maul zugebunden - was man in einigen Szenen dieses Tierhorror-Trash deutlich sehen kann. Außerdem könnte Lucio Fulci in "Frogs" seine Inspiration für die Vogelspinnenszene in "The Beyond" gefunden haben, die hier aber deutlich besser ausgeführt ist, da man ausschließlich echte Spinnen benutzt und auf die ungelenken Modelle verzichtet. Auch herrlich: Eine Horde Echsen rottet sich zusammen, um einem Familienmitglied per Pflanzenschutzmittel und ähnlichen Chemikalien den Gar auszumachen. Die unfreiwillige Komik wird durch die Schauspieler zementiert, die sich alle Mühe geben mit ihrem ernsthaften Spiel dieses B-Movie aufzuwerten. Allen voran Ray Milland ("Lebendig begraben"), dem ehemaligen Hitchcock-Mimen. Es nutzt aber alles nichts: Das furchterregendste Tier bleibt der brüllende Löwe im MGM-Logo zu Beginn des Films. 5,5/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Dzl1RkBxNsY



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01.03.2013 17:49 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Haytabo - Falscher Verdacht

Deutschland, 1971

Inhalt laut VideoMarkt: "Ein namenloser Biochemieprofessor findet ein altes Manuskript mit Struktur und Formel einer Unsterblichkeitsdroge. Da es nicht vollständig ist, will er mit Hilfe eines Gesandten von einem anderen Stern in die Vergangenheit. Zwei Reisen muss er mit seiner jungen Frau unternehmen, auf der zweiten trifft er den Erfinder der Droge. Das Paar muss ohne die Droge zurückkehren. Der Professor und seine Frau haben gelernt, dass es nicht um die Formel geht. Statt der Droge der Unsterblichkeit bringen sie das Bewusstsein ihrer Unsterblichkeit mit zurück."

Uli Lommels ("Die Zärtlichkeit der Wölfe", "The Bogey Man", "Daniel, der Zauberer") Regiedebüt, das er für nur 20.000 DM anfertigte, wirkt wie eine dieser wichtigen, extrem erhellenden Ideen, die man im Rausch hat und sich unbedingt notieren will. Ich erinnere mich an die Story von Paul McCartney, der nach exzessivem Marihuanagenuss seinen Assistenten anwies, einen Block und einen Stift zu besorgen, um eine fundamentale Lebensweisheit zu notieren. Am nächsten Tag las sich McCartney diesen Zettel durch und fand den Satz: "There are five levels."
So in etwa kann man sich "Haytabo" vorstellen, der verschwurbelte Hippie-Esoterik mit einem Zeitreise-Paradoxon kombiniert, den Zuschauer aber auch mit ewig währenden Einstellungen belästigt, die sowohl die Message des Films (Sei im Jetzt. Atme. Lebe.) unterstreichen oder einfach nur nerven können. Mit Eddie Constantine, Rainer W. Fassbinder, Rainer Langhans und Uschi Obermaier bekommt man einige bekannte Gesichter zu sehen, das Beste an "Haytabo" ist aber sein Soundtrack, auf dem sich Deep Purple, The Moody Blues, die Everly Brothers und Antonín Dvorák versammeln. Nett. 4,5/10

Trailer: -



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01.03.2013 18:07 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Child's Play

USA, 1988

Inhalt laut VideoMarkt: "Schwerverletzt versteckt sich der geisteskranke Massenmörder Charles Lee Ray auf seiner Flucht in einem Spielwarengeschäft und überträgt im Sterben seine Seele auf die Kinderpuppe "Chucky". Genau diese Puppe bekommt der kleine Andy zum Geburtstag geschenkt. Die Morde, die im Folgenden in Andys Umgebung passieren, werden tatsächlich dem Kind angelastet. Seine Mutter und ein mit der Untersuchung betrauter Polizist glauben Andy erst, als "Chucky" auf ihn selbst losgeht und von seinem Körper Besitz ergreifen will. Mit vereinten Kräften gelingt es, die Mörderpuppe zu vernichten."

"Child's Play", in Deutschland besser als "Chucky, die Mörderpuppe" bekannt, hatte von Anfang an damit zu kämpfen, dass besorgte Eltern und Jugendschützer eine Gefahr darin sahen, dass man eine mordende Puppe (modelliert nach dem Vorbild der "Cabbage Patch Kids" und mit dem Namen Charles Lee Ray versehen, der sich aus den berüchtigten Kriminellen Charles Manson, Lee Harvey Oswald und James Earl Ray zusammensetzt) in einem Horrorfilm auf ein Kind losgehen lässt. Im Gegensatz zu den Teilen 2 und 3 der Reihe, die von den Boulevardmedien mit wirklichen Mordfällen in Verbindung gebracht wurden (vgl. die Morde an Suzanne Caper und James Bulger), waren die Proteste hier aber noch moderat.
Es ist mir genauso unverständlich wie die Indizierung des recht harmlosen Horrorthrillers in Deutschland (die allerdings 2011 aufgehoben wurde), der bis auf das übertriebene Ende wenig graphische Gewalt auffährt. Im Vergleich zu anderen Slashern ist diese auch immer extrem überzeichnet. Einem Actionfilm gleich verbindet Regisseur Tom Holland die Attacken von Chucky mit explodierenden Gebäuden und Autos. "Child's Play" oszilliert zwischen ernsthaftem Thriller und cartoonhafter, over the top Splatter-Fantasy, die sozialkritischen Krümel (alleinerziehende Mütter, Verlust des Vaters, Einfluss von Spielzeugindustrie/TV-Werbung auf Kinder) sind nur Teil des Unterhaltungskuchens. Ursprünglich sollte ein größerer Teil des Films davon handeln, wie man die Zuschauer auch länger im Ungewissen lassen wollte, ob nicht doch Andy der Mörder ist.
Im Laufe der Jahre hat sich ein kleiner Fan-Kult um die Mörderpuppe entwickelt, der auch zu vier Fortsetzungen geführt hat, die mit Ausnahme des zweiten Teils alle sehenswert sind. "Child's Play" bleibt der Ursprung, ein klassischer Horrorfilm der 80er Jahre. Nicht nur für Kinder. "Hi! I'm Chucky! Wanna play?" 8/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=imYvOgyU9oo



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03.03.2013 16:16 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Game of Thrones auf RTL2. Dieser Sender ist echt grauenvoll. Als wären Werbeunterbrechungen nicht nervig genug, folgen bei RTL2 darauf manchmal noch Nachrichten, bevor die Sendung weiter geht. Ist das vielleicht eine Art Zwangsbildungsmaßnahme für die Halbidioten, die das RTL2-Zielpublikum ausmachen? Dass die wenigstens hin und wieder Nachrichten gucken.

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Chabos wissen wer DJ Bobo ist.
03.03.2013 19:24 R'v-r'3 ist offline E-Mail an R'v-r'3 senden Beiträge von R'v-r'3 suchen Nehmen Sie R'v-r'3 in Ihre Freundesliste auf
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The Killing Fields

Großbritannien, 1984

Inhalt laut ofdb.de: "Kambodscha in den 70ern: der Bürgerkrieg nimmt ernste Formen an. Der US-Journalist Schanberg (Sam Waterston) berichtet mit Hilfe seines gebürtigen kambodschanischen Freundes Dith Pran (Haing S.Ngor) über die Ereignisse. Als die roten Khmer die Macht an sich reißen, bleibt Dith Pran bei Schanberg und schickt seine Familie außer Landes.
Als Journalist hat Schanberg nichts zu befürchten, doch Prans Abreise wird verhindert. Als Einheimischer und darüber hinaus auch noch gebildeter Bürger gehört er genau zu der Bevölkerungsgruppe, die die Khmer auslöschen wollen..."

Der mit drei Oscars und viel Kritikerlob ausgestattete Anti-Kriegsfilm "The Killing Fields", welcher auch die Kino-Karrieren von Julian Sands und John Malkovich startete, kämpft mit den gleichen Fehlern, die auch andere Werke betreffen, die sich dem großen Humanismus verschrieben haben. Bei der klaren Trennung zwischen guten (Journalisten, Zivilisten) und bösen (Militär, Regierung) Menschen bleibt kaum Zeit für die Darstellung politischer und gesellschaftlicher Hintergründe, man erfährt so gut wie nichts über die Ziele der jeweiligen Kriegsparteien. Im Falle der Roten Khmer ist das besonders ungünstig, da man sich entschloss, nichts von dem, was gesagt wird, zu untertiteln oder zu übersetzen. Der Zuschauer muss sich alleine am Minenspiel von Haing S. Ngor (einem Laienschauspieler und Überlebenden der "Killing Fields") durch das Geschehen hangeln. Dafür gab es übrigens auch einen der Oscars. Dies hat zur Folge, dass die Khmer Rouge genauso gut ein Rudel wilder Tiere oder eine Bande Außerirdischer sein könnten. Regisseur Rolland Joffé entmenschlicht sie vollkommen; immerhin dürfen die US-Amerikaner die ihnen angedachte Rolle der ignoranten Weltpolizei ausfüllen.
Ein weiterer Fehler besteht in meinen Augen in der konservativen Umsetzung des Films, die wohl Realismus beschwören soll, aber im ungünstigsten Fall altbacken und uninspiriert wirkt. Kamera und Schnitt scheinen wie aus dem Lehrbuch übernommen. Es ist größtenteils schade um die Sets (gedreht in Thailand und Kanada) und die schauspielerischen Leistungen, wenn sie so kraftlos heruntergekurbelt werden, dass sich Joffé voll und ganz auf den emotionalen Gehalt der Kriegsbilder verlassen muss. Die einprägendste Szene bleibt dann auch der Sturz von Haing S. Ngor in ein Wasserloch auf den "Killing Fields", dem eine Ahnung folgt wie unerbittlich und grausam die Roten Khmer gewütet haben.
"The Killing Fields" ist beileibe kein schlechter Film und hält das Interesse des Zuschauers auch über 135 Minuten geweckt, die scherenschnittartige Darstellung der Geschichte, gepaart mit der ideenlosen Umsetzung, kostet aber einiges an Punkten.
Zyniker könnten dies auch als eine Positionierung im "Beatles-Streit" sehen: Der ganze Schlamassel beginnt mit den Tönen von Paul McCartneys "Band On The Run" und wird in einem Happy End zu John Lennons "Imagine" aufgelöst. Übrigens nach wahren Erlebnissen zweier Mitarbeiter der New York Times. 7/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=_Z1sj7gzpCk



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04.03.2013 15:38 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen

Spanien, 1974

Inhalt laut ofdb.de: "Irgendwo auf den nördlichen Meeren treibt ein Geisterschiff aus einer anderen Dimension. Kein Schiff, welches ihm bisher begegnete, ist je zurückgekehrt. Eine Gruppe neugieriger Hobbyforscher will das Geheimnis um das verwunschene Schiff lüften, nachdem zwei weitere Menschen spurlos auf See verschwanden. Mit einem kleinen Motorboot machen sie sich auf den Weg, und als sich die Nebel lichten, liegt es vor ihnen: Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen..."

Amando de Ossorio kann es nicht lassen aus dem Erfolg seines faszinierenden Untotenfilms "Die Nacht der reitenden Leichen" weiterhin Kapital zu schlagen und besudelt so das Ansehen der Reihe. War "Die Rückkehr der reitenden Leichen" noch halbwegs akzeptabel, wenn auch schon nicht mehr halb so interessant wie das Original, ist der dritte Aufguss ein Abstieg in die Cash-In-Hölle, die mit einem besonders doofen Plot, den hässlichsten Klamotten der 70er und stümperhaften Special FX punkten will. Immerhin begleitet uns ein schönes Musikstück durch die stinklangweilige Gruselmär aus der Mottenkiste, die versucht durch halbnackte Mädels und völlig misslungenen "Splatter" mit der Konkurrenz mithalten zu können. Das war es aber auch schon. Zum Schluss serviert de Ossorio dann noch einen formidablen Lacher, wenn die "reitenden Leichen" aus den Tiefen des Meeres auftauchen und ihnen das Salzwasser aus den Schädeln gluckert. Argh! 3/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=x2W4tnO4t3A



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04.03.2013 15:52 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Carriers

USA, 2009

Inhalt laut ofdb.de: "Die Menschheit stirbt: ein geheimnisvoller Virus rafft nach und nach die Bevölkerung unseres Planeten dahin, es gibt kein Gegenmittel und keine Therapie. Vier junge Leute entscheiden sich, eigene Regeln für den Umgang mit der Krankheit und Infizierten aufzustellen und nehmen sich vor, mit dem Auto zu einem alten Hotel am Meer zu fahren, wo sie die Krankheit aussitzen wollen. Doch der Weg erweist sich als gefährlich und als man auf den liegengebliebenen Frank (Christopher Meloni) und seine infizierte Tochter Jody trifft, will Brian (Chris Pine) das Problem eigentlich nur umfahren, doch nach einem Unfall wird eine Notgemeinschaft auf dem Weg zu einem Seuchenzentrum daraus. Die folgenden Ereignisse und ihre eigenen Handlungen werden Brian, seine Freundin Bobby (Piper Perabo) seinen Bruder Danny (Lou Taylor Pucci) und dessen Schulfreundin Kate (Emily VanCamp) und ihr Verhältnis zueinander entscheidend ändern..."

Der schon 2006 gedrehte, aber erst 2009 veröffentlichte Endzeitfilm "Carriers" hakt die Eckpunkte des Genres ab (inklusive der unausweichlichen Ungereimtheiten), generiert die üblichen Charaktere und dampft alles auf gute 80 Minuten ein. Dies ist eine seiner größten Stärken; Endzeitdramen schwelgen sonst gerne in vielen Handlungssträngen, die man im Laufe der Handlung erst mühsam zusammenführen muss. Das wurde bei "Carriers" auf ein Minimum beschränkt, auch die Vorgeschichte erfährt man durch Dialoge, Rückblenden werden ausgespart.
Der Film ist handwerklich gut umgesetzt, spannend und angemessen blutig, zeigt aber nichts, was man nicht schon hundert mal in anderen Genreprodukten gesehen hätte. Leider sind die Schauspieler wenig talentiert und unsympathisch, Chris Pine kann man aus "Star Trek" und "Smokin' Aces" kennen, muss man aber nun wirklich nicht. Solide. 6/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Du2OHF_hBDY



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11.03.2013 12:26 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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UHF

USA, 1989

Inhalt laut ofdb.de: "George Newman ("Weird" Al Yankovich) ist ein Tagträumer, deshalb behält er die Jobs, die er bekommt auch nie länger als ein paar Tage. Sein Onkel bietet ihm den Job des Managers des kleinen Fernsehsenders Kanal 62 an. Dieser steht kurz vor dem Bankrott, doch George, zusammen mit seiner Freundin und seinem besten Freund, schafft es mit so außergewöhnlichen Sendungen wie „Wheel Of Fish“, einer Quizshow wo man Fische gewinnen kann oder „Raul’s World of Kingdom“, wo Pudel aus dem dritten Stock fliegen, den Sender an die Spitzenposition der Einschaltquoten zu befördern. Doch der TV Mogul R.J. Fletcher, dessen Einschaltquoten sinken, will aus Kanal 62 einen Parkplatz machen. George muss nun viel Geld aufbringen, um seinen kleinen Sender zu retten..."

Ich kannte und schätzte "Weird" Al Yankovic bisher vor allem für seine überdrehten, urkomischen Musikparodien und fürchtete schon mit "UHF" ("ultra high frequency", ein Frequenzbereich, in dem vor allem kleine, lokale US-TV-Stationen ihr Programm ausstrahlen) einen Fehlgriff getan zu haben, als mich die misslungene Indiana Jones-Parodie über den Credits am Anfang des Films langweilte. Glücklicherweise bleibt dies nur ein kurzer Tiefpunkt der klamaukigen Komödie, wenn auch ein extrem nervender und schlecht platzierter.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich "Wayne's World" sowohl bei der Story, als auch beim Grundgerüst freizügig bei "UHF" bedient hat, mit dem kleinen Unterschied, dass Yankovic einem nicht schon nach wenigen Sekunden auf den Sack geht. Im Gegenteil, sein Spiel ist erstaunlich subtil, wenn man solch ein Wort überhaupt im Zusammenhang mit einem Film dieser Art gebrauchen kann. Allein die fein gepinselte Vorstellung als Sylvester Stallone ist eine tolle Schauspielleistung, "Weird" Al parodiert nicht nur dessen Mimik und Gestik, sondern formt ein bis auf Fältchen genaues Abbild des "Rambo"-Darstellers - kräftig unterstützt von der KNB EFX Group.
Der eigentliche Plot und die "große" Geschichte, die alles zusammenhält, sind komplett zu vernachlässigen, der Humor steckt im Detail, vor allem in den Parodien auf TV-Inhalte. Etwa ein Werbespot, in dem ein schmieriger Gebrauchtwagenhändler seinen Kunden "I'm gonna club this seal to make a better deal!" verspricht oder der Trailer zum neuen Rachethriller "Gandhi II" (eine Mischung aus "Shaft", "Rambo" und "Death Wish" mit, nun ja, Gandhi). Dieser Irrsinn zieht sich fast ohne Atempause durch die restlichen 85 Minuten (oh, wie liebe ich "Conan the Librarian"!) und wird unterstützt durch Auftritte von Fran Drescher ("This Is Spinal Tap", "Die Nanny") und Michael Richards, der sich anscheinend schon in den Vorbereitungen für "Seinfeld" befand: In der von ihm gespielten Rolle des Hausmeisters/Kinder-TV-Stars Stanley Spadowski steckt eine große Portion Kramer.
Natürlich kann Yankovic nicht auf das Kerngebiet seines Schaffens verzichten und so dürfen wir uns hier an einer Musikparodie auf den potthässlichen "Money For Nothing"-Videoclip der Dire Straits erfreuen.
"UHF" sind 90 Minuten reinstes Vergnügen, äh, 85 Minuten, wenn man die Indy-Sequenz bedenkt. Pass the spatula, brother! 7/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=ULSL-taDLeg



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Permanent Vacation

USA, 1980

Inhalt laut ofdb.de: "Der 16jährige Allie Parker ist einer von vielen in der Millionenstadt New York. Immer unterwegs, ohne genaues Ziel bewegt er sich durch die Mengen ohne jemals ein Teil der Gesamtheit zu sein. Nirgendwo ist er zu Hause, und doch findet der Junge, der den größten Teil seiner Jugend in Besserungsanstalten verbracht hat, in den Straßen der Lower East Side etwas wie einen Lebenssinn. Zwischen Graffiti-Sprayereien, Musik und Tanz findet sein flüchtig gelebtes Leben Ausdruck. Ein Leben ohne richtige Vergangenheit und auch ohne Zukunft. Das Leben eines Menschen, der keine Spuren hinterlässt."

Inwieweit das poetische Erstlingswerk von Jim Jarmusch autobiographisch ist, kann ich nicht wirklich bewerten, die Hauptfigur Allie teilt aber eine bemerkenswerte Eigenschaft mit dem Regisseur: Sie verbringt Teile ihrer Jugend sowohl in New York als auch in Paris.
Der Sohn einer Mutter, die in einem heruntergekommenen Sanatorium haust, driftet wahl- und ziellos durch die dreckigen Straßen New Yorks, auf denen ihm mal mehr und mal weniger tragische Figuren begegnen, deren Schicksale er mit einer erstaunlichen Gleichgültigkeit hinnimmt. Auch sein eigenes Leben, das kein Ziel oder einen Sinn kennt oder gar kennen will, erträgt er eher stoisch, er ist Treibholz im Meer der äußeren Einflüsse. Heute hier, morgen dort.
Über weite Strecken wirkt "Permanent Vacation" bedrohlich, obwohl Allie nicht in Gefahr zu schweben scheint. Die dumpf-rumpelnde Musikuntermalung mit Saxophon-Tupfern erzeugt in Kombination mit den verwahrlosten Häuserschluchten New Yorks diesen Eindruck. Jim Jarmusch und John Lurie, der auch an späteren Werken immer wieder beteiligt wird, teilten sich die Komposition. Auch der Witz der nachfolgenden Filme ist in "Permanent Vacation" schon angelegt, das schillernde "Doppler-Effekt"-Segment spricht Bände, gerade auch, weil sich Geschichte und vermeintliche Realität hier vermischen, wenn Allie kurz darauf einen Saxophonisten (gespielt von John Lurie) trifft, der über "Somewhere Over The Rainbow" improvisiert.
Hauptdarsteller Chris Parker macht seine Sache gut, aber auch bei ihm vermutet man starke autobiographische Einflüsse, wie es eine Dokumentation des WDR von 1984 im Bonusmaterial der Arthaus-DVD mehr als nur andeutet.
Die Unruhe und Unsicherheit hebt Jarmusch zum Schluss des Films nicht auf, sondern lässt seine Hauptfigur weiter durch die Weltgeschichte treiben, diesmal in Richtung Europa, begleitet von dem Kommentar, dass er New York vermisse, jetzt wo er wisse, dass er zu neuen Ufern aufbreche. Unentschlossenheit als bröckelnde Schönheit, unterlegt mit bedrohlichen Untertönen. Ein guter Einstand. 7,5/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=lMd-lGUINAY



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The Return Of The Living Dead

USA, 1985

Inhalt laut ofdb.de: "Freddy hat einen neuen Job als Hilfskraft in einem medizinischen Versandhaus. Dort gibt es Skelette, halbe Hunde und eine Leiche in einer Kühlkammer. Als er seinen Vorarbeiter fragt, was das Unheimlichste sei, dem dieser hier begegnet wäre, erzählt der ihm eine unglaubliche Geschichte: Der Film "Night of the Living Dead" beruht auf Tatsachen und nur weil die Army Druck gemacht habe, sei die Geschichte ein wenig verändert worden. Freddy kann das nicht glauben, doch sein Vorgesetzter will den Beweis antreten. Er führt ihn in den Keller, wo Fässer lagern, die tatsächlich einige mumifizierte Leichen beherbergen. Freddy ist entsetzt und ein unachtsamer Stoß gegen einen der Behälter lässt Gas ausströmen, das die beiden zunächst bewusstlos werden lässt. Als sie wieder erwachen, ist in dem Lagerhaus der Teufel los. Die aufgespießten Schmetterlinge schlagen mit den Flügeln, die "halben" Hunde hecheln und die Leichen in der Kühlkammer beginnen zu randalieren. Verzweifelt rufen sie ihren Chef zu Hilfe. Als der erscheint, versucht der Tote gerade die Tür zur Kammer aufzubrechen..."

Wenn heute jemand seine bescheuerte Zombiemasche anbringt und mit ausgestreckten Armen und "Gehirn!" fordernd auf seine Mitmenschen zusteuert, muss er nicht die unter dem deutschen Verleihtitel "Verdammt, die Zombies kommen!" bekannte Horrorkomödie gesehen haben: Dieses ikonenhafte Verhalten wurde durch viele andere Medienprodukte aufgegriffen, hat hier aber seinen Ursprung.
Neben diesem Beitrag zur Variation der klassischen Halloweenmonster ist "The Return Of The Living Dead" auch eine rasante Splatstick-Angelegenheit, die aber nie zur Klamotte verkommt und einige brutale und sogar unheimliche/gruselige Szenen zu bieten hat. Außerdem zieht Linnea Quigley ("Hollywood Chainsaw Hookers") blank und der hervorragende Soundtrack wird von Bands wie 45 Grave, The Cramps, The Damned, T.S.O.L. und Roky Erickson, dem ehemaligen Acid-Fahrstuhlfahrer, bestritten.
Die phantasievoll ausgestatteten (Punk)-Kostüme und die gut ausgeführten Zombiedesigns und Bluteffekte multiplizieren nochmal den Spaß, den man ohnehin mit der Rückkehr der lebenden Toten haben kann, so dass die zum Teil erstaunlich guten Darsteller als Sahnehäubchen gar nicht mehr nötig wären.
Wie immer, wenn im Horror-Bereich etwas erfolgreich läuft, entwickelt sich ein Franchise daraus und so kam es zu bisher vier Fortsetzungen des Films, wovon "Return Of The Living Dead 3" unter der Regie von Brian Yuzna besonders hervorsticht.
Dan O'Bannons Zombiefilm befindet sich in meinen Augen ganz nahe an der Grenze zur perfekten Unterhaltung. BRAINS! 9/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=GkhCAV3wmIU



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12.03.2013 15:41 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Scanners

Kanada, 1981

Inhalt laut ofdb.de: "Sogenannte "Scanner" sind psychisch besonders begabte Menschen, hervorgegangen als Nachkommen von Testpersonen eines medizinischen Experiments, die andere durch die Kraft ihres Willens manipulieren und ihnen Schaden zufügen können, indem sie auf ihre Körper- oder Geistesfunktionen Einfluß nehmen. Meister aller Scanner ist Darryl Revok (Michael Ironside), der nach der Weltherrschaft strebt und im Besitz einer Liste aller Scanner ist. Er stellt sie alle vor die Wahl, sich ihm anzuschließen oder zu töten. Als der Arzt Dr. Paul Ruth (Patrick McGoohan) in dem erst kürzlich gefangenen Cameron Vale (Stephen Lack) einen Scanner mit unglaublichen Fähigkeiten findet, plant er diesen als Waffe gegen Revoks Organisation einzusetzen."

Unter Gorehounds ist "Scanners" für seine explizite Darstellung eines explodierenden Kopfes bekannt. Man kann sich wunderbar streiten, ob nun diese Szene oder eine ähnliche aus William Lustigs "Maniac" die gelungenere ist. David Cronenberg vereint in seinem Science Fiction-Thriller, der ihm den kommerziellen Durchbruch brachte, aber auch die abklingenden Themen der 60er und 70er mit dem aufkommenden Cyberspace der 80er. Sowohl revolutionäre Gruppen, als auch New Age-Sekten, künstlerische Therapie, Pharmaskandale (Contergan) und geheime Drogenprogramme wie das durch die CIA betriebene MKULTRA werden thematisiert, verpackt in ein Intrigenspiel, das manchmal an einen Agentenfilm erinnert, sich durch die Action- und Horrorelemente aber positiv davon abhebt. Die Spezialeffekte von Chris Walas gehören zu den Höhepunkten des Films; genau diese Szenen hatte man aber Schauspielerin Jennifer O'Neill vorenthalten, um sie zur Teilnahme an "Scanners" bewegen zu können. Sie äußerte sich später verstört über die sehr graphischen Brutalitäten im Film.
Cronenberg inszeniert zurückhaltend und geschickt um diese Ausbrüche herum, jedoch auch etwas konventioneller als in anderen Projekten.
Der Kain und Abel-Twist zum Ende von "Scanners" wirkt ein wenig aufgesetzt, gerade weil Vale doch eher ein Dorn im dritten Auge von Revok ist und auch Revoks Erklärungen den Eindruck nicht verwischen können, dass er Vale liquidieren wollte.
Es folgten zwei Fortsetzungen zu "Scanners" und zwei Spin-Off-Filme unter dem Titel "Scanner Cop". 8/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=PmJC3ZaXBEc



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15.03.2013 18:23 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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eXistenZ

Großbritannien/Kanada, 1999

Inhalt laut ofdb.de: "Eine Storybeschreibung zu "eXistenZ" zu schreiben, ist nicht nur ziemlich schwierig, sondern praktisch unmöglich - zumindest, wenn man nicht alles verraten will...
Grob gesagt geht es um das neuartige Spiel "eXistenZ", welches man spielt, indem man einen organischen "Pod" per "Nabelschnur" an einen "Bioport" anschließt, der in den Rücken implantiert wird. Dieser Pod kommuniziert direkt mit dem Rückenmark und versetzt den Spieler in eine absolut real erscheinende Spielwelt.
Die Schöpferin des Spiels ist Superstar Allegra Geller, die beim Spielen von "eXistenZ" zusammen mit ihrem Freund Ted Pikul in einen Sog des Wahnsinns gezogen wird. Denn nach und nach verschmelzen die Grenzen zwischen Realität und Spiel und niemand weiß mehr, was real ist und was nicht..."

Glas, Metall und Kunststoff, viele bunte, blinkende Lichter. Wenn es etwas düsterer und ernster sein soll, gerne auch mit einer Patina überzogen. Im Grunde aber die oben genannten Komponenten. So stellt sich der gemeine Sci-Fi-Regisseur die Zukunft vor. Garniert mit einigen sterilen, aber fiependen Computerattrappen, die vor allem als Monitore auftreten.
David Cronenberg setzt seinen Zuschauer zur Präsentation des neuesten Virtual Reality-Spielehits in ein muffiges, holziges, altes Kabuff auf Holzstühle. Die Anhänger der Spieledesignerin Allegra Geller sind fleißig erschienen, werden aber handverlesen, um die neue Technik nicht zu gefährden. Eine Stimmung wie bei der Versammlung der Apple-Lemminge zur Vorstellung eines weiteren Mobiltelefons. Plötzlich löst sich ein junger Mann aus der Menge und schießt die Spieledesignern mit einer eigentümlichen Waffe nieder und skandiert: "Tod dem Dämon Allegra Geller!"
Von hier aus entwickelt sich eine Flucht, die durch mehrere Realitätsebenen führt und den ganzen Computerkram als eine das Fleisch durchdringende, amphibisch-invasive, an den Grundfesten der Wahrnehmung rüttelnde Veranstaltung zeigt. Wenn man keine anderen Filme von David Cronenberg gesehen hat, könnte man vermuten, dass er hier seinen ganz persönlichen "Future Shock" verarbeitet, dabei bleibt er einem alten Thema treu: Das Eindringen einer fremden Macht in den eigenen Körper, die sowohl die Biologie verändert, als auch neue (andere?) Handlungsmöglichkeiten eröffnet oder aufzwingt.
Er setzt auf rohe Bilder, die nur so vor Froschinnereien, Fischlaich und Blut strotzen, alle Schauplätze sind heruntergekommen. Man kann sie fast schmecken und riechen. Gleichzeitig zeigt er die Verlockungen der Virtual Reality, jedoch auch ihre Fehler und Grenzen. Man wird nie warm mit dem Gedanken an eine derartige Spielewelt, die ihren Kunden Mini-Games wie "Hit By A Car" andreht.
Merkwürdigerweise sind die eher blassen Jude Law und Jennifer Jason Leigh ein guter Griff für diesen Film, ihre charakterlose Glätte ahlt sich wie ein Frosch im Teich in der auf Zuruf reagierenden Schleifenwelt des Computerspiels "eXistenZ". Willem Dafoe wirkt in einer Nebenrolle etwas unterfordert. Ein besonderes Lob gilt dem FX-Team: Obwohl der Film nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sehen die künstlichen Amphibien immer noch überraschend lebensecht aus.
Zum Schluss bleibt nur festzustellen, dass die Idee, dass das System überlebt, unabhängig vom Menschen, der es präsentiert. Der Tod hat den Dämon Steve Jobs längst geholt. Sein Imperium wirkt weiter. 7,5/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=I68dFzt0BY8



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17.03.2013 18:23 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Der Saustall

Frankreich, 1981

Inhalt laut ofdb.de: "Wir befinden uns im Jahr 1938. In einer französischen Kolonie in Afrika ist Lucien Cordier (Phillipe Noiret) der Polizist in einem Dorf, das hauptsächlich mit Schwarzen und wenigen, meist rassistischen und dummen, Weissen bevölkert ist. Von jedem im Dorf wird er ständig nur gedemütigt. Niemals sperrt er jemanden ein und sieht immer weg, wenn etwas passiert. Aber eines Tages ändert sich das..."

Treffenderweise wählt Bertrand Tavernier in seiner galligen Farce "Coup de torchon" (Originaltitel) die Figur des Polizisten, um einen opportunistischen Egoisten mit höchst flexiblen Moralvorstellungen zu zeichnen. In Kombination mit dem Setting des Films (Kolonialafrika, vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs) und Lucien Cordiers Wahnvorstellung, er sei der Heiland, Jesus Christus, der Erlöser, ist dies ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Frankreich und dessen imperialistischen Verbrechen. Die alten, weißen Europäer, die aufbrachen, um mit ihrer vermeintlichen Überlegenheit einen ganzen Kontinent das Fürchten zu lehren.
Sämtliche Niedertracht ist hier versammelt und wird auch durchexerziert, meist nur, um sich selbst schnell einen Gefallen zu tun. Cordier ist "nichts Menschliches fremd", vor allem, wenn er sich nicht dafür verantworten muss oder die Schuld einem anderen anhängen kann. Frankreich ist so fern wie die nächste Polizeipräfektur.
Regisseur Tavernier tut dem Publikum nicht den Gefallen, zu zeigen, ob Cordier sich aufgrund der Demütigungen, die er ertragen muss, zu dem Schwein entwickelt, das er ist, oder ob er schon von Anfang an diese miese Type war. Es bleibt in der Schwebe.
Mehrmals hatte ich den Eindruck, dass die Kamera Fluchtversuche vor den Figuren unternimmt; sie reißt sich los und sucht das Weite, wird aber immer wieder vom selbstgefälligen Gestank der Kolonialherren eingeholt.
Der über die gesamte Länge von "Coup de torchon" vorhandene Humor neutralisiert etwas das Bittere, was rasch hätte überhand nehmen können. Man denke an das Zielschießen auf vorbeitreibende, afrikanische Ruhrleichen. Außerdem schafft es Tavernier seine Hauptfigur mit einer Grundsympathie auszustatten, was auch an Darsteller Philippe Noiret liegen mag. Ganz erstaunlich, wenn man sich die Taten und erst die widerliche Einstellung der Figur vor Augen führt!
Lucien Cordier landet wie das imperialistische Frankreich zum Schluss in einer Sackgasse, in die er sich selbst laviert hat.
"Der Saustall" basiert auf der Buchvorlage "Pop. 1280" von Jim Thompson, einem der Lieblingsautoren von Stephen King. 8/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=LFJuojgVSAk



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17.03.2013 19:13 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Howl - Das Geheul

USA, 2010

Inhalt laut ofdb.de: "Allan Ginsbergs (James Franco) Vorlesung seines Gedichts "Howl" und der nachfolgende Druck des Textes, erzeugte Mitte der 50er Jahre in den USA einen Skandal, der nicht nur dazu führte, dass das schmale Buch verboten wurde, sondern dass auch sein Verleger angeklagt wurde, unsittliche Schriften veröffentlicht zu haben.
Parallel verfolgt der Film vier Handlungsstränge - den Vortrag des Gedichtes in einem kleinen Club, die zwei Jahre später stattfindende Gerichtsverhandlung, ein Interview mit Ginsberg, in dem er seine Beweggründe erläutert und auch über seine offen gelebte Homosexualität spricht, und die animierte visuelle Umsetzung des Textes."

Rob Epstein und Jeffrey Friedman stellen "Howl" in den Mittelpunkt eines Spielfilmexperiments, das ganz eindeutig auf einer Dokumentation beruht. Sie bemühen sich um verschiedene Quellen, etwa Interviews mit Allen Ginsberg, die Gerichtsprotokolle der Verhandlung, sowie das Gedicht selbst, das Ginsberg während eines legendären Auftritts (Six Gallery Reading) vortrug. Um die Tonbänder mit Leben zu füllen, beschloss man, James Franco die Aufgabe zu überlassen, Ginsberg darzustellen, wie er die Fragen des Journalisten beantwortet und auch seinen Klagegesang "Howl" auf der Bühne darbietet.
Ein Großteil von "Howl" wird durch Animationen unterlegt, die die offensichtliche Seite des Gedichts herauskehren, teilweise aber auch die entstehende Atmosphäre der Worte treffend unterstreichen.
Die Gerichtsverhandlung zeigt welche grotesken Ansprüche die Vertreter von Moral, Sitte und Anstand stellen und was sie vom "mündigen Bürger" halten - nämlich rein gar nichts. Kirche und Staat sollen den "kleinen Mann" per Zensur vor seinem Unglück schützen. Eine Haltung, die sich durch sämtliche Zensurprozesse zieht. Egal, ob nun "Howl" oder Horrorfilm, heute ebenso aktuell wie damals.
Eine der schönsten Szenen in "Howl" ist dann auch die "Expertise" einer sogenannten Sachverständigen, die die Fragen des Staatsanwalts bejahend und begeistert beantwortet. In ihren Augen ist "Howl" Schmutz, Dreck, Schund, Unrat, Müll. Als sie sich in Rage geredet hat, völlig berauscht von ihrem eigenen "Wissen" und "Können", stößt der Verteidiger von Ferlinghetti sie von ihrem hohen Ross, indem er feststellt: "Keine weiteren Fragen." Madame wird nicht (mehr) gebraucht, sie ist fassungslos.
Der Film gibt auch einen Einblick in die Gedankenwelt Ginsbergs. Dieser spricht über Homosexualität, Eltern und Familie, seine Anfänge und Rauschmittel. Alles Themen aus "Howl", für Ginsberg wichtige Themen.
Die gelungene Darstellung durch James Franco kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in "Howl" nur einen wirklich berührenden Teil gibt: Das Lied über den Tod, das man den echten Ginsberg im Abspann singen hört. 6/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Ba9yazkl0UE



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18.03.2013 15:21 Bella Ciao ist offline E-Mail an Bella Ciao senden Beiträge von Bella Ciao suchen Nehmen Sie Bella Ciao in Ihre Freundesliste auf
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Workingman's Death

Deutschland/Österreich, 2005

Inhalt laut ofdb.de: "Regisseur Michael Glawogger zeigt in seinem Film "5 Bilder zur Arbeit im 21. Jahrhundert": Er begleitet illegale Arbeiter in stillgelegten ukrainischen Kohleminen, die, um sich zu ernähren, unter schwersten Bedingungen dort noch tätig sind, desweiteren reist er mit seiner Kamera nach Indonesien, um dort die schwere körperliche Arbeit der Schwefelträger zu dokumentieren. Die drei letzten Kapitel schließlich führen den Zuschauer nach Afrika, Pakistan und China."

Bevor unsere Reise rund um die Welt beginnt und Michael Glawogger extreme Formen des Arbeitslebens zeigt, stellt er seinem brillanten Dokumentarfilm ein Zitat von William Faulkner voran: "Man kann nicht acht Stunden am Tag essen oder trinken. Und auch Liebe machen kann man nicht so lange. Nur arbeiten kann man acht Stunden lang - daher rührt es, dass der Mensch sich und andere so unglücklich und verzweifelt macht."
Damit ist der Grundtenor gegeben, der auch während der 120 Minuten immer wieder aufgegriffen wird: Arbeit erfüllt nicht, Arbeit stumpft ab und macht unzufrieden. Nur todesmutige Verzweiflung und der Glaube an einen gnädigen Gott halten die Arbeiterschaft über Wasser.
Beginnend mit Bildern der Stachanow-Bewegung, die alter Sowjet-Propaganda entnommen sind, blicken wir auf ukrainische Habenichtse, die mit dem gefährlichen, illegalen Abbau von Kohle ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Stachanow-Legende ist für sie nicht mehr als ein Märchen, ihr Antrieb zur Arbeit ist der pure Kampf ums Überleben, keine Übererfüllung des Plans, keine Ehre und kein Ruhm.
Was Glawoggers Film deutlich von denen seiner Kollegen unterscheidet, sind die gut überlegten Einstellungen und die daraus resultierenden fantastischen Bilder. Er verzichtet auf den üblichen, simulierten Handkamera-Realismus und komponiert die "fünf Bilder zur Arbeit" wie einen großen, künstlerischen Kinofilm durch. Viele Spielfilmregisseure würden ihn um seine mit Kameramann Wolfgang Thaler eingefangenen Einstellungen beneiden, wenn nicht gar ihr letztes Hemd für diese geben. Das brachte ihm den Vorwurf ein, er bilde nicht nur die Realität ab, sondern gestalte sie, seine Dokumentation sei nicht unverfälscht. Er verzichtet außerdem bis zum Epilog komplett auf Kommentare aus dem Off und lässt ausschließlich die Arbeiter zu Wort kommen.
Teilweise erkennt man in "Workingman's Death" Elemente des Horrors und des Surrealen. Oft werde ich an "Eraserhead" erinnert, sei es nun von den Bildern oder den Tönen, die aus dem Arbeitsmoloch dringen. Der surrealistische Abstieg der Schwefelträger aus Indonesien, die zentnerschwere Lasten vom Gipfel der Schwefelberge bis zum Wiegen ins Tal tragen und dabei auf fotografierende Touristen und feixende Schulklassen treffen, sich über Alkohol, Kneipenschlägereien und Prostituierte unterhalten, aber auch Bon Jovi und die Scorpions zum Thema machen, wird unterstützt durch den minimalistischen, aber genialen Score von John Zorn, der das hypnotische Wippen der Schwefeleimer aufnimmt und verarbeitet. Manchmal gleicht es einem bösartigen Tanz, wenn die Arbeiter getrieben durch ihre schwere Last über Trippelpfade durch die felsigen Berge absteigen.
Ein Abstieg in die Hölle folgt kurz darauf. Wir befinden uns in Nigeria auf einem Open Air-Schlachthof, einem Marktplatz, auf dem Tiere getötet, verwertet und verkauft werden. Für sensiblere Naturen, die das Schlachten ihres Mittagessens dem Schlachter in der Fabrik außer Hör- und Sichtweite überlassen, wird dieser Teil von "Workingman's Death" eine schwere Prüfung sein. Überall stapeln sich durch einen Kehlenschnitt getötete Tiere, ausblutend, in völliger Agonie. Nebenan brennen Feuer, die dicken, schwarzen Rauch verbreiten, hier wird geröstet. Es gibt verschiedene Arten einer Ziege das Fell über die Ohren zu ziehen. Die Schlachter und Händler waten im Blut, ziehen Rindsköpfe durch den Dreck hinter sich her. Dazu immer Geröchel, Tierlaute und -schreie, wieder Schnitte und spritzendes Blut. Die Kamera bleibt immer in Bewegung, man verliert die Orientierung auf diesem riesigen Gelände, das vollgestopft mit Menschen ist. Hieronymus Bosch hätte diese Höllenfahrt nicht besser malen können.
Geradezu entspannend mutet da der folgende Abschnitt in Pakistan an, wären die Arbeiter einer Schiffswerft, die ausschließlich Schiffe zerlegen, nicht ständig selbst in Lebensgefahr. Ohne Sicherung turnen sie auf riesigen Wracks herum, ausgerüstet mit einem mickrigen Schweißbrenner und zerlegen diese tonnenschweren Ungetüme, diese Kolosse in Einzelteile. Das harte Los der Werftarbeiter gerät aber leicht in den Hintergrund, denn man ist fasziniert von der Demontage, die (allerdings nur für den Zuschauer) schon fast etwas Meditatives hat. Wieder kann man nur über die perfekte Einheit der Musik von John Zorn und den spektakulären Bildern staunen.
In China keimt dann erstmal so etwas wie Hoffnung auf. Die Arbeiter sprechen von technischem Fortschritt und verbesserten Arbeitsbedingungen. Sie wollen trotzdem die Maschinen der Vergangenheit bewahren, um der Welt jederzeit vorführen zu können, was sie in den letzten 50 Jahren geleistet haben, wie sie ihr Land voranbrachten.
"Workingman's Death" schließt mit einem Epilog, der Kinder und Jugendliche zeigt, die ihre Freizeit im Landschaftspark Duisburg-Nord verbringen, einem ehemaligen Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich. Vor wenigen Jahrzehnten ging es hier noch ähnlich zur Sache wie im heutigen China. Wird die Globalisierung andere Regionen auch auf das heutige Niveau in Mitteleuropa bringen?
Über diesen Fragen schwellt die bisher eher zurückhaltende Musik von John Zorn an und besetzt prominent den Abspann, der noch zusätzliches Material aus den zuvor besuchten Orten bereithält. Unbedingt anschauen! 9/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=UhpNeG2MlaA



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Insignificance - Die verflixte Nacht

Großbritannien, 1985

Inhalt laut ofdb.de: "Ein genialer Physiker (Michael Emil als Albert Einstein) trifft 1954 in einem New Yorker Luxushotel nachts eine weltberühmte Filmblondine (Theresa Russell als Marilyn Monroe). Er soll sich vor einem politischen Gremium negativ über die Russen äußern - was er nicht tut. Sie dreht gerade die bekannt-pikante Szene, in der ihr weißes Plisseekleid von der Abluft der U-Bahn hochgehoben wird. Um dem Genie zu beweisen, daß sie dessen Relativitätstheorie mit Hilfe von Taschenlampen, Luftballons und Spielzeugeisenbahnen demonstrieren kann, sucht sie ihn zu später Stunde auf. Das Aufeinandertreffen zweier extrem unterschiedlicher Charaktere gerät zu einer "verflixten Nacht", zu deren chaotischen Verlauf noch ein kommunistenjagender Senator (Tony Curtis als Senator McCarthy) und ihr leidgeprüfter Ehemann (Gary Busey als Joe DiMaggio), ein Baseballstar, beitragen."

Nicolas Roegs ("Wenn die Gondeln Trauer tragen") komödiantische Verfilmung eines Theaterstücks klaubt die gängigsten Geschichten um die Prominenten zusammen, deren Namen nie genannt werden, die aber für jeden unschwer zu identifizieren sind. Mit teilweise etwas uninspirierten Dialogen darf dieses Personenpotpourri durch die heiße New Yorker Nacht treiben. Tony Curtis spielt das dumme Arschloch McCarthy als dummes, schwitzendes Arschloch McCarthy und Theresa Russel erklärt in ihrer Rolle als Marilyn Monroe dem Zuschauer anhand von Spielzeugen Einsteins spezielle Relativitätstheorie.
Das war's im Grunde auch schon. Wir dürfen noch ein wenig Joe DiMaggio dabei zuschauen, wie er nicht über seine schwindende Popularität hinwegkommt und Einstein mit seinen Eheproblemen belästigt, dargestellt von Gary Busey.
"Insignificance" ist also gut besetzt und von einem erfahrenen Regisseur inszeniert, lässt aber selten das Mittelmaß hinter sich. Wenn es dann doch geschieht, geschieht es gründlich: Über den Film verteilt tauchen immer wieder kurze Flashbacks auf, die man den Charakteren zuordnen kann, Einsteins persönliches Vergangenheitsecho entwickelt sich zu einem atomaren Feuersturm der Endzeit, der nichts als ein schwarzes Skelett der Monroe zurücklässt. Eindeutiger Höhepunkt, der die Zuschauer erreicht, die in den 95 Minuten zuvor noch nicht abgeschaltet haben. Geistig oder per Fernbedienung. 5,5/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=UguoW3xKP8U



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Poor Cow

Großbritannien, 1967

Inhalt laut amazon.de: "Bei ihren unzulänglichen Versuchen, einen kleinen Zipfel Glück zu erhaschen, gerät eine junge Frau aus den Londoner Slums immer wieder an den falschen Mann. Zuletzt ringt sie sich dann doch zu einem Ansatz eigener Erkenntnis und positiver Lebenseinstellung durch..."

"The poor cow" bedeutet im britischen Englisch etwa "die Ärmste", "cow" ist aber auch eine herabsetzende Bezeichnung für eine Frau und entspricht etwa dem Begriff "Weibsstück", "to cow sb." wiederum heißt jemanden einzuschüchtern, um ihn dazu zu bringen, etwas bestimmtes zu tun.
Der Titel von Ken Loachs erstem Kinofilm ist damit schon passend gewählt, erzählt er doch die Geschichte von Joy, einer jungen Frau aus dem englischen Arbeitermilieu, das die Kinks in "Dead End Street" so treffend beschreiben:
There's a crack up in the ceiling, And the kitchen sink is leaking. Out of work and got no money, A sunday joint of bread and honey. What are we living for? Two-roomed apartment on the second floor. No money coming in, The rent collectors knocking, trying to get in.
Passenderweise nennt man diese Filmgattung in England auch "kitchen sink drama".
Joy riss von zuhause aus, um mit Tom, gespielt von der zwielichtigen Unterwelterscheinung John Bindon, zu leben, sie heiratet ihn und bekommt mit ihm einen Sohn namens Johnny. Kurz darauf muss Tom wegen einem seiner zahlreichen kleinkriminellen Vergehen in den Knast und Joy ist als alleinerziehende Mutter auf sich selbst gestellt. Nach kurzer Zeit lernt sie erneut einen jungen Mann kennen, wiederum einen Ganoven. Die Lebensumstände in den trostlosen Orten Englands, die von Arbeitslosigkeit heimgesucht werden, lassen keine andere Möglichkeit der Geldbeschaffung zu. "Und ohne Geld bist du nichts!" wie Tom immer gerne betont.
Ihr neuer Freund heißt Dave und kümmert sich um ihren Sohn, außerdem zeigt er eine naturverbundene und künstlerische Ader.
Die Musik im Film wurde von Donovan geschrieben und Dave-Darsteller Terence Stamp singt eine eigentümliche Version von "Colours", man kann zudem noch andere Pop-Musik der Zeit entdecken, etwa Songs der Lovin' Spoonful oder der Rolling Stones.
Aber auch dieses Glück hält nicht lange und Dave wandert für einen schweren Raubüberfall zwölf Jahre ins Gefängnis.
Joy versucht sich mit einem Job als Kellnerin über Wasser zu halten, rutscht jedoch immer mehr ab, indem sie erst einen dubiosen "Modeljob" für ältere Lüstlinge annimmt, um sich dann später ebenfalls zu prostituieren. Eigentlich möchte sie auf ihren Liebsten warten, um ihn in die Arme zu schließen, wenn die Gefängnismauern ihn wieder freigeben, doch es scheint ihr unmöglich so lange Zeit ohne andere Männer zu leben.
Ken Loach stellt das Leben als einen ewig währenden Kreislauf der Rückschläge und kleinen Mühseligkeiten dar und bemüht sich um eine unaufgeregte und realistische Darstellung, die auf Hollywoodkapriolen im Drehbuch völlig verzichtet. Es geht ihm eher um einen Einblick in das Milieu, als um eine spannende Geschichte, die in einem triumphalen Finale endet. Dies gelingt ihm.
"Poor Cow" trägt fast schon Züge einer Dokumentation, wozu die nüchterne Betrachtungsweise, das Voice-Over der Hauptdarstellerin und die "Interviews" mit Joy zum Schluss von "Poor Cow" beitragen. Ähnlich wie Jean-Luc Godard benutzt Loach Zwischentitel, die folgende Situationen einleiten oder in einen ironischen Kontext stellen.
"Poor Cow" von Ken Loach: Als hätten sich die "Two Sisters" auf der "Dead End Street" von Ray Davies filmisch vermählt. 6,5/10

Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=rKOwXAMyFtM



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Der Untergang des amerikanischen Imperiums

Kanada, 1986

Inhalt laut ofdb.de: "Die drei Universitätsprofessoren und langjährigen Freunde Remy, Claude und Pierre veranstalten in einem Landhaus ein Essen – auch der angehende Doktor Alain (Daniel Brière) ist eingeladen. Zu viert diskutieren die lasterhaften Männer über ihre zahlreichen Affären, Erfahrungen mit Drogen und andere Ausschweifungen – der jüngere Alain ist verunsichert unter den abgebrühten und zynischen Mittvierzigern. Während die Männer das Essen diskutieren sie angeregt über ihre verschiedenen Standpunkte: So schätzt Remy (Rémy Girard) seine Ehe als Sicherheit und hält seine Affären vor seiner Frau geheim, dagegen genießt der schwule Claude (Ives Jacques) sein Leben als Junggeselle und fühlt sich nur durch sexuelle Eroberungen lebendig. Pierre (Pierre Curzi) hält nichts von der Geheimniskrämerei in der Ehe, hat sich daher scheiden lassen und lebt in einer lockeren Beziehung mit der wesentlich jüngeren Studentin Danielle (Geneviève Rioux).
Danielle, die ebenfalls zum Essen kommt, wartet mit den drei anderen Frauen der Gruppe im Fitness-Studio. Beim Training diskutieren die Frauen ebenso über Affären, falsche Orgasmen, Sex, Liebe, Ehe und Selbstbestätigung. Dominique (Dominique Michel) hat gerade ein Buch veröffentlich und ist die erfolgreichste Frau der Gruppe – dennoch ist sie einsam und frustriert. Louise (Dorothèe Berryman) ist seit fünfzehn Jahren mit Remy verheiratet und ahnt nichts vom Ausmaß, mit dem er sie betrügt. Diane (Louise Portal) ist unzufrieden über ihre bescheidene Lehrposition und lebt sich in einer sadomasochistischen Affäre aus.
Als sich die beiden Gruppen zum Essen treffen, ist für genug Zündstoff gesorgt. Der kleine intellektuelle Zirkel vertieft sich in intime Gespräche, die aber auch unschöne Geheimnisse ans Licht bringen..."

Ein halbes Dutzend Franko-Kanadier plus 1 trifft sich um persönliches Glück zu diskutieren, das für die kurz vor oder in der Midlife-Crisis stehenden Damen und Herren vor allem aus Sex und Beziehungen besteht. So quatscht, quasselt, tratscht, klatscht, labert und salbadert man sich durch 95 Minuten, streift alle Gemeinplätze und eine der Teilnehmerinnen sorgt dann für das "unschöne" Geheimnis, das der Zuschauer dank diverser Rückblenden schon lange vorher kennt.
"Der Untergang des amerikanischen Imperiums" will weise wirken, ist aber nicht mal altklug. 5/10

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=x8XbDQkpQr0



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"Ich korrigiere Brockhaus-Definitionen, das ist immer so schlecht recherchiert, du Hurensohn!" (Danger Dan)
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