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Geschrieben von downburst am 22.08.2007 um 17:09:

  nigerianer von griechichen cops umgebracht - aufstand der black community von Thessaloniki

aus: http://de.indymedia.org/2007/08/191733.shtml
[thessaloniki] Polizeigewalt und Widerstand



Vor wenigen Tagen wurde ein Nigerianer in Thessaloniki von zwei Polizisten ermordet, indem er auf der Flucht von einen Balkon fiel. Seitdem ist die lokale black community im Aufstand und bekommt Unterstuetzung von den lokalen AnarchistInnen und anderen. Am abend des Mordes gab es heftige und erfolgreiche Auseinandersetzungen in den Strassen aber gestern kam es zu den ersten Festnahmen.

Tony war im Stadtteil Kalamaria bekannt und verkauften dort CDs in den Strassen. Am 18.August wollten zwei Polizisten ihn kontrollieren weil es sich angeblich um illegal gebrannte CDs handelt und als Tony wegrannte und in ein Cafe fluechtete, wurde er verfolgt. Auf dem Balkon des Cafes, der nicht besonders hoch ist wurde er von den beiden Polizisten auch noch unklare Weise angegriffen oder zumindest stark bedraengt. Einige ZeugInnen sagen, er sei gestossen worden, es kann aber auch sein, dass er in Panik rueckwaerts sehr ungluecklich fiehl und mit dem Kopf zuerst aufs Pflaster fiel. Wie auch immer, die black community und die AnarchistInnen sind sich einig, dass es sich um Mord handelt, der die Brutalitaet und das wahre Gesicht der Polizei zeigt. Es geht um mehr als diesen einen Vorfall. Die Leute sind emotional stark motiviert und waerend einige eher weniger Konflikte mit den Cops haben wollen, sind andere stark an genau diesen interessiert.

Am abend des Mordes gab es eine spontane Ansammlung von etwa 200 Menschen, die mit Traenengas und Schlaegen der Polizei davon abgehalten wurden, bei dem Toten zu sein. Es wurde uns sogar gesagt, dass einige der Cops direkt neben dem Toten standen und seine Familie und FreundInnen attakierte. Daraufhin gingen auf Initiative einiger Leute aus der black community aber mit Unterstuetzung von einigen AnarchistInnen einige Scheiben zu bruch und es zogen verschiedene Gruppen durch den Stadtteil Kalamaria, der zu den reicheren Vierteln gehoert. Viele der AnwohnerInnen und PassantInnen zeigten Verstaendnis fuer die Zerstoerungen und die Emotionen und die Polizei hielt sich stark zurueck. Kurz vor den Wahlen moechte die offizielle Politik mit Sicherheit keine Eskalation an einem solchen Punkt. Es gab keine Festnahmen und waerend viele von den black people riefen "Tod Griechenland" nannten sie die unterstuetzenden AnarchistInnen ihre Brueder und Schwestern, weil sie sich klar zu ihnen positionierten.

Am Tag darauf gab es einen angekuendigten Protest, der nach einigen Auseinandersetzungen und Unklarheiten, was zu tun sei zur naechsten Polizeistation zog, um diese mit Steinen einzudecken. Die AnarchistInnen sprachen dabei davon, das es wichtig sei, den black people die Initiative zu ueberlassen, da es vor allem ihr Kampf ist und sie sie solidarisch unterstuetzen und nicht vereinnahmen wollen. Dies funktionierte auch ganz gut, auch wenn einige NGO-Menschen dort waren und die black people staendig beeinflussen wollten, dass sie doch bitte friedlich sein sollen und keine Sachen zerstoeren sollten. Die Antwort war meist "No, we want to start now and we will never forgive and we will not forget". Also ging es nach einigen Streitereien zur Bullenstation, wo bereits ein Fahrzeug mit dahinter verschanzten Cops wartete. Wie erwartet gab es dann auch wenige Minuten nach den ersten Steinen einen heftigen Traenengas-Einsatz und die Demonstration loeste sich etwas auf. Zerstoert wurde an diesem Tag relativ wenig und die black people beschlossen, bald wieder zum Ort des Mordes zurueckzukehren um dort eine Mahnwache abzuhalten.

Gestern gab es nun erneut eine Demonstration, diesmal im Zentrum der Stadt. Eine groessere Anzahl an Menschen versammelte sich, spruehte Graffities wie "No justice no peace - Fuck the police" und zog wie die Tage zuvor mit Helmen und Knueppeln los, um ihren Unmut auf die Strassen zu tragen. Diesmal waren leider mehr Cops hinter uns und einige betrunkene und unsolidarische Leute zerkloppten an unguenstigen Orten Kameras und Banken, so dass sie andere Leute gefaerdeten. Die Meinungen gehen hier gerade etwas auseinander, aber klar ist, dass es viel effektiver gewesen waere, den Clash am Ende der Demonstration zu starten, um die Polizei abhalten zu koennen, statt weiter vorne Sachen zu zerstoeren, so dass die Cops von hinten Leute verhaften koennen. Wenige hundert Meter von der sicheren Universitaet entfernt eskalierten einige Leute die Situation wieder, so dass die Cops Traenengas einsetzten und leider 19 Menschen festnehmen konnten. Diese sind noch immer in Arrest und es sieht so aus als ob einige auch noch ein paar Tage drin bleiben. Die Anzahl der Verhaftungen ist fuer lokale Verhaeltnisse relativ hoch und trotzdem bleibt eine Staerkung der Verbindung zwischen den AnarchistInnen und der black community, die ganz neue Dimensionen der Zusammenarbeit entwickeln koennte.

Es gibt relativ wenig Erfahrungen hier mit antirassistischer Selbstorganisation und einige der black community waren eher den NGOs wohlgesonnen waerend andere einfach alles kaputthauen wollten und wieder andere sich gerade stark politisieren. Und die AnarchistInnen sind daran interessiert mehr Kontakt herzustellen aber haben auch junge Leute dabei, die wenig taktisch denken und manchmal auch andere gefaehrden oder sich ignorant verhalten. Was gut funktioniert ist zum Beispiel, dass die Initiative zum Beispiel mit den Spruechen fuer die Plakate oder auf der Demo von der black community kommen und dies von vielen AnarchistInnen fuer wichtig gehalten wird und sie dann zum Beispiel plakatieren gehen oder anders solidarisch unterstuetzen.

Die Medien schreiben und berichten absoluten Mist. Sie versuchen die AnarchistInnen und black people zu spalten und berichten ueber gewalttaetige Punks die alles kaputt machen wollen.

weitere Fotos hier:
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=749523

Fight the power!
Viele Gruesse aus Thessaloniki

http://athens.indymedia.org/


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